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Dienstag, 20.04.2010

 

Die Nacht war windig, aber ansonsten ruhig. Vor dem Zeltabbau frühstücke ich ausgiebig, der Schreck von gestern steckt mir immer noch in den Knochen.

 

Bevor ich den Campground verlasse, habe ich noch eine kleine Fleißaufgabe: Häringe klopfen! Bedingt durch den harten Boden habe ich einige beim einschlagen verbogen. Nachdem diese Arbeit erledigt ist, kehre ich nochmal auf den Trail zurück, auf dem ich gestern die Schlange gesehen habe. Wesentlich vorsichtiger allerdings. Die Schlange ist natürlich nicht mehr da, zumindest sehe ich sie nicht.

 

Dafür sehe ich kurz eine andere, viel kleinere Schlange. Mehr als ein Schnappschuss gelingt mir nicht, dann ist sie schon im Unterholz verschwunden.

 

Bevor ich die Halbinsel endgültig verlasse, mache ich noch einen kurzen Strandspaziergang, dann geht es weiter Richtung Osten. Am Indian Pass ist das bekannte Austernlokal leider geschlossen, ich bin einfach noch zu früh dran. Was solls.

 

 

Der nächste Stopp ist Apalachicola. Dieses Städtchen sprüht einen etwas herben Charme aus, mit südstaatlichen Einschlägen. Schwer zu beschreiben, aber mir gefällt es hier. Also bummle ich ein bisschen durch den Ort.

 

 

Obwohl es nicht geplant war, mache ich einen Abstecher in das St. Marks National Wildlife Refuge, leider verschlechtert sich mit jeder Meile das Wetter. Es ziehen immer mehr Wolken auf. Im St. Marks sehe ich nur ein paar Alis, sonst ist es eher mau. Es ist einfach die falsche Jahreszeit. Die Zugvögel sind schon alle weg.

 

 

Heute möchte ich bis Perry fahren, denn dort gibt es ein nettes Steakhaus. Leider zieht es unterwegs immer mehr zu und es beginnt zu regnen. Es hört auf zu regnen und beginnt zu schütten.

 

Es regnet ohne Unterbrechung bis Perry. In den letzten Jahren habe ich mehrfach in diesem Ort übernachtet, da er sehr Verkehrsgünstig liegt. Es gibt eine Menge Motels, Restaurants und auch etliche Supermärkte. Nachdem es aber erst früher Nachmittag ist, fahre ich weiter. Ich habe keine Lust, mich im Regen in ein Motelzimmer zu setzen.

 

Erst bei Chrystal River bessert sich das Wetter. Ich übernachte in einem Motel in Homosassa Springs, unternehme aber nichts mehr. Die Fahrt im Regen war doch sehr ermüdend.

 

Mein Zimmernachbar hat einen so seltsamen Dialekt, dass ich ihn frage ob er Deutsch spricht. Es stellt sich heraus, dass er ebenfalls aus Bayern kommt. Er ist schon am Ende seines Urlaubs und war hauptsächlich im Süden Floridas unterwegs. Wir unterhalten uns noch ein bisschen und tauschen Infos über besondere Spots aus, an denen man Tiere beobachten kann.

 

Irgendwann bekomme ich doch noch Hunger. Ich gestehe, ich habe mich gezielt auf die Suche nach einem Fast Food Lokal gemacht. Aus welcher Burgerbude ich mein Abendessen geholt habe, weiß ich nicht mehr. Der Hunger hat es rein getrieben.

 

Zurück im Motel lade ich alle Akkus; Internet gibt es nicht, also geht es früh ins Bett, ich bin einfach nur KO.

 

 

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