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Heute gibt es noch viel Text, versprochen, das ändert sich.

 

Mein Vater

Wie gewohnt, bringe ich am Tag vor Reisebeginn das Gepäck zum Flughafen. Einchecken ist noch nicht möglich, also kommt das Gepäck in die Aufbewahrung.

 

Am 8.Oktober fahre ich am frühen Vormittag zur Wohnung meines Vaters. Wir sind froh, dass wir genau zur richtigen Zeit verschwinden werden. Die letzten Wochen hatten wir herrliches Herbstwetter, seit gestern regnet es, und die Temperaturen sind in den Keller gegangen. Eklig.

 

Der Weg zum Flughafen ist dann dementsprechend, nass und zum abgewöhnen. Am Flughafen angekommen, holen wir als erstes das Gepäck aus der Aufbewahrung und checken ein. Anschließend vertrödeln wir die Zeit bis zum Abflug mit ein paar Tassen Kaffee.

 

Leider ist es nicht möglich, direkt von München nach Málaga zu fliegen. Die Reise soll offiziell in Frankfurt am Flughafen starten. Also müssen wir zuerst nach Frankfurt, und dann weiter nach Málaga.

 

Bereits beim Boarding in Frankfurt bemerken wir die ersten Reisenden, die Rotel Tours Anhänger an ihrem Bordgepäck haben. In Málaga angekommen, erwartet uns herrliches Spätsommerwetter mit etwas über 20 Grad.

 

Die Reisegruppe

Die Reisegruppe findet sich schnell zusammen, die Reiseleiterin ist auch schon da, was soll da noch schiefgehen? Die Reiseunterlagen, die irgendein Mitreisender in Frankfurt in Empfang genommen hatte und der Reiseleiterin übergeben sollte, tauchten anfangs nicht auf. Es dauert eine gute halbe Stunde, bis die Unterlagen komplett sind. Na, ja!

 

Vor dem Eingang wartete auch schon unser Bus, ein fast nigelnagelneuer Setra. Das Gepäck verschwindet im Bauch des Busses, und das Chaos beginnt.

 

Keiner hält sich an die Sitzordnung, die die Reiseleiterin bekannt gegeben hat. Aber egal, es geht heute nur bis Marbella. Über die Autobahn geht es an der hässlich zugebauten Küste nach Süden.

 

Unser Wohnanhänger wartet auf einem Campingplatz, der wenig idyllisch direkt neben der Autobahn liegt. Für eine Nacht ist das OK, aber was bewegt die anderen Camper, hier längere Zeit zu verbringen?

 

Die Reisegruppe beim Begrüßungsdrink

 

Aus und Umpacken ist angesagt. Bei Rotel ist es üblich, dass man nur alle 3 Tage an seine große Reisetasche darf. Das bedeutet, dass man alles was man in diesem Zeitraum braucht, in eine kleine Tasche packt, die dann im Anhänger oder im Gepäckfach über den Sitzen verbleibt.

 

So etwas bin ich nicht gewohnt. Von diesem Moment an regiert das Chaos. Zumindest bei mir, bei meinem Vater sieht das ganz anders aus. Bei ihm geht das Umpacken fix, er wird in den nächsten 2 Wochen auch nicht ins Schleudern kommen. Bis zum Ende des Urlaubs werde ich nichts anderes machen, als irgendetwas zu suchen. Irgendwann ist es geschafft. Alle haben umgepackt, die Reisetaschen verschwinden im Bauch des Busses.

 

Der Begrüßungsdrink wird geschlürft. Dann werden die Betten verteilt. Die Betten sind im Anhänger über 3 Etagen übereinander verteilt. Jeder darf einen Wunsch anmelden, oder sagen: Es ist egal. Die älteren, oder eingeschränkt beweglichen Mitreisenden bekommen natürlich die Betten in der Mitte zugewiesen, die am einfachsten zu "besteigen" sind. Diejenigen, denen es egal ist, bekommen ein kleines Trostpflaster in Form eines Bieres.

 

Ich "gewinne" ein Bett ganz unten, eine Etage über mir wird mein Vater schlafen. Vor dem Abendessen, das im angeschlossenen Restaurant des Campingplatzes stattfinden soll, versuchen wir noch an den Strand zu kommen. Da der Weg weit und die Zeit knapp ist, beschließen wir auf den Strand zu verzichten.

 

Das erste gemeinsame Abendessen ist ein schlechter Witz. Wenn ein Engländer in Spanien versucht eine Pizza zu machen, dann........ Schwamm drüber und am besten vergessen. Den Abend lassen wir vor dem Rotel mit ein paar Bierchen ausklingen. Morgen geht es so richtig los, Afrika ruft!

 

Das Rotel Gespann Der Rotel Schlafanhänger

 

Die meisten stellen sich jetzt die Frage: Wie schläft man in so einer kleinen Kabine? Die Antwort: Man schläft erstaunlich gut! Zum Schlafen ist Platz genug, zumindest für mich. Die Schwierigkeiten sind eher das ein- und aussteigen und die Mitbewohner, die Kanadas Wälder umsägen.

 

Früh am nächsten Morgen ist Schluss mit lustig. Für mich viel zu früh, krauchen die ersten aus den Betten. Es hilft nix, ich muss auch raus. Nach der Morgentoilette wird das Frühstück zubereitet. Das was es heute gibt, wird es auch die nächsten 2 Wochen geben. Variationen von Wurst, Käse, Obst, Cerealien, Marmelade usw.. Verhungern muss keiner. Der Kaffee ist ein bisserl dünn, aber was soll´s.

 

Der Busfahrer zeigt uns, wie der Anhänger Reisefertig gemacht wird, und Ruck Zuck ist alles verstaut. Es geht los Richtung Gibraltar. Über die Autobahn geht es weiter nach Süden, den Felsen von Gibraltar lassen wir links liegen, fahren weiter nach Algericas. Das ist der Industriehafen direkt nebenan. Hier geht unsere Fähre nach Ceuta. Der erste Nachteil einer "Gruppenreise" macht sich schon bemerkbar. Man hat keinen Einfluss auf Fotostopps o. ä.

 

Ich hätte gerne den Affenfelsen abgelichtet, aber das war nicht vorgesehen. Die Enttäuschung hält sich in Grenzen. Erstens war ich schon auf Gibraltar, und zweitens hatte ich mit so etwas schon gerechnet. Bevor der Bus im Bauch der Fähre verschwindet, müssen wir aussteigen. Leider zeigt sich bald, dass die Schnellfähre kein offenes Deck hat. Viel werden wir wohl während der Überfahrt nicht sehen.

 

Im Terminal von Algericas Blick auf die Schnellfähre

 

Blick auf Gibraltar

Die Befürchtung bewahrheitet sich, viel sieht man nicht. Die Fenster sind salzig und verkratzt. Die Aussicht auf Gibraltar ist trotzdem einzigartig

 

In Ceuta verlassen wir die Fähre und steigen wieder in unseren Bus. Nach einem kurzen Tankstopp verlassen wir "Europa" und reisen nach Marokko ein. Fotos gibt es davon natürlich nicht, das hier ist eine EU Außengrenze und das Fotografieren ist strengstens verboten. Meterhoher Stacheldraht und viele Grenzwächter prägen das Bild.

 

Bevor wir ins Landesinnere fahren, geht es noch ein paar Kilometer an der Mittelmeerküste entlang. In M´Diq machen wir einen Einkaufsstopp. Vor dem Einkaufen besorge ich mir an einem Geldautomaten aber erst einmal die Landeswährung Dirham.

 

Wir verlassen die Küste endgültig und fahren an Tetouan vorbei in Richtung auf unser heutiges Tagesziel, Chefchaouen

 

Mein Vater in Chefchaouen

 

Mehr Aufnahmen aus Chefchaouen gibt es hier.

 

Nach der Stadtbesichtigung fahren wir zum Campingplatz, die ersten Eindrücke von Marokko sind fantastisch.

 

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