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Unterwegs auf Nebenstraße

Donnerstag, 23.09.2010

 

Die Nacht war angenehm ruhig. Inzwischen bin ich so gut erholt, dass ich schon gegen halb acht wach bin. Nach dem Frühstück packe ich mein Zeug zusammen, verstaue das Stromkabel und nehme die Mülltüte aus dem Auto.

 

Bis dahin war alles normal, bloß wohin mit dem Müll? ? Ich sehe mich um, weit und breit keine Mülltonnen. OK, dann laufe ich halt zur Toilettenanlage. Aber auch hier: Keine einzige Mülltonne!? Das gibt es doch nicht. Also zurück zum Auto, ich habe doch gestern einem Plan des Campingplatzes bekommen. Aber: Hier gibt es auch keinen Hinweis, wo die Mülltonnen sind!

 

Ich laufe zur Rezeption und frage nach wo die Dinger stehen. Es ist ja OK, wenn die Entsorgung dezentral stattfindet, nur sollte man den Campern auch mitteilen wo das ist. Ich latsche leicht angesäuert zurück zum Bus und fahre zur Entsorgungsstation.

 

Nichts wie weg hier! Es ist sonnig und meine Laune bessert sich schlagartig. Immer häufiger halte ich mich fern von den Hauptverbindungsstraßen und weiche auf Nebenstraßen aus.

 

Ganz gemütlich mache ich mich auf den Weg zu den angeblich bekannten Reiskornstränden. Ich besuche zuerst Mari Ermi und im Anschluss Is Aruttas. Die Parkplätze sind riesig, ich denke mal dass es hier im Sommer richtig voll wird.

 

Glücklicherweise ist Nebensaison, also ist wenig los. Die Strände sind ganz OK aber als aussergewöhnlich würde ich sie nicht bezeichnen. Vielleicht bin ich aber auch verwöhnt. Egal, bei beiden Stränden werfe ich mich in die Fluten und Bade. In der Sonne lasse ich mich trockenbrutzeln.

 

Strand Kiesel

 

Den Namen haben die Strände von den nach Reiskörnern aussehenden Steinen. Inzwischen ist es schon nach Mittag und ich habe eigentlich keine Lust mehr, großartig zu Fahren. Das Baden und Faulenzen ist ganz schön anstrengend.

 

Da meine Vorräte langsam zur Neige gehen, und auch mein Tank schon ziemlich leer ist, muss ich aber noch etwas in der Gegend herumfahren. Ich mache mich also auf den Weg nach Oristano, versorge zuerst meinen Bus mit Sprit und anschließend meinen Kühlschrank mit Nachschub.

 

Am Strand von Is Arutas habe ich gesehen, dass dort einige Womo´s auf einem Parkplatz stehen. Ich beschließe, zurückzufahren und dort zu übernachten. Auf dem Weg zurück bemerke ich in einer Lagune auf der linken Seite ein paar Vögel, die im Wasser herumlaufen. Sie sind zu weit weg, als dass ich hätte sagen können, um welche Gattung es sich handelt.

 

Meine Neugier ist geweckt. Ich parke am Rande eines Feldes, schnappe meine Kamera und das Einbeinstativ und laufe los. Das Ufer ist etwa 500 Meter entfernt, Schatten gibt es natürlich nicht. Bis ganz ans Ufer komme ich nicht, ein Zaun versperrt den Weg. Jetzt kann ich wenigstens erkennen, um welche Vögel dass es sich handelt. Es sind Flamingos! Leider sind sie so weit weg, dass ich trotz des 500er Ofenrohr´s keine vernünftigen Aufnahmen hinbekomme.

 

Flamingos Flamingos

 

Was soll´s? Vielleicht erwische ich sie morgen. Da komme ich auf der Straße eh noch mal vorbei. Zurück in Is Arutas stelle ich mich zu den anderen Womo´s, schnappe mir mein Handtuch und gehe gleich nochmal Baden. Inzwischen hat der Wind aufgebrist, es ist aber immer noch schön warm. Viel zu entdecken gibt es hier nicht, so ist mein Ausflug mit der Taschenknipse nicht sehr ergiebig.

 

Stellplatz zwischen Wohnmobilen

 

Den Abend verbringe ich vor dem Womo mit einem guten Buch. Ganz seltsam sind meine Nachbarn. Irgendwie unkommunikativ. Beim Campen hat man immer Kontakt mit den Nachbarn und trifft sich auf ein Schwätzchen. Hier und Heute passiert gar nix. Die sitzen alle in ihren Womo´s und machen wer weis was??

 

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