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Dienstag, 28.09.2010

 

Nach dem gestrigen Ruhetag und dem vielen Schlaf bin ich heute schon sehr früh wach. In die Gänge komme ich trotzdem nur sehr langsam. Das Wetter passt, es ist sonnig und der Wind ist abgeflaut, die Brandung hat stark nachgelassen.

 

Erst gibt es ein gemütliches Frühstück, dann schaue ich anderen Campern bei der Abreise zu. Es hilft nichts, ich muss auch weiter. Ich nutze die Möglichkeit, das Womo zu versorgen. Wasser wird gebunkert, Abwasser entsorgt. Im Ort halte ich noch kurz am Supermarkt und kaufe frisches Brot.

 

Blick auf Buggeru Buggeru

 

Die Tour führt mich weiter Richtung Süden, aber so wie üblich: weit komme ich nicht. Nach nur ein paar Kilometern sehe ich das Hinweisschild zur Cala Domestica. Ich biege ab und fahre bis zum Parkplatz. Die Bucht ist ganz nett, der Sand toll.

 

In der Bucht

 

Auf der rechten Seite der Bucht sehe ich einen Weg, der an den Felsen entlang führt. Mein Entdeckerdrang ist geweckt. Anfangs geht es noch ganz gut, dann wird es haarig. Das liegt nicht so sehr am Weg, sondern daran, dass ich Barfuß unterwegs bin. Die Felsen sind zum teil recht scharf, Glassplitter funkeln in der Sonne. Am Ende des Weges ist ein Durchgang durch den Fels geschlagen.

 

Hier würde der Weg weiter in die nächste Bucht führen. Der Untergrund ist aber so scharf, dass ich auf eine Erkundung verzichte. Langsam gehe ich zurück.

 

Aufatmend springe ich in den Sand. Wow, das ist viel angenehmer als der scharfe Felsen! Auf der anderen Seite der Bucht stehen Fragmente eines größeren Hauses. Ein Schild sehe ich nicht, kann mir aber denken, dass es die Überreste eines Bergwerkgebäudes sind. Davon gibt es hier auf der Insel jede Menge. So wirklich interessant sieht es aber nicht aus.

 

Eine Gruppe laut tratschender Touristen taucht auf, und ich tauche ab. Weiter geht es nach Süden...... zumindest bis zum nächsten Abzweig.

 

In der Bucht Blick in die nächste Bucht Bucht

 

Neugierig was mich erwartet fahre ich bis zum Parkplatz am Ende der Straße. So leer wie es in der Cala Domestica war, so voll ist es hier. Es gibt nicht einen freien Platz. Ich halte nur kurz und werfe einen Blick auf den Strand. Na ja, weniger Strand als eher Felsen. Wem´s gefällt! Im Hintergrund steht dafür aber malerisch ein Felsen.

 

Felsen im Meer

 

Kaum wieder auf der Straße taucht schon Nebida auf. Ich kann mich daran erinnern, dass ich etwas im Reiseführer über diese Stadt gelesen habe, nur was? Auf der rechten Seite sind großzügig Parkplätze angelegt, hier halte ich.

 

Nach einem Blick in den Reiseführer bin ich wieder orientiert. Um den Felsen, vor dem ich parke führt ein kurzer Rundweg. Der Weg ist schön hergerichtet, die Aussicht toll. Auf der Rückseite liegt ein Restaurant. Zum Essen ist es noch zu früh, beim Blick auf die Speisenkarte wäre ich aber auch nicht eingekehrt. Nicht mein Budget.

 

Blick auf die Küste Blick auf die Küste

 

Weiter geht es, ich mache einen Abstecher nach Gonessa, mein Bus verlangt nach Diesel.

 

Heute stelle ich ein Verkehrshindernis dar, ich bummle über die Straßen und genieße die Landschaft. In Carbonia halte ich zum Einkaufen, hier gibt es mehrere Supermärkte.

 

Ich will mal runter von der Insel Sardinien, also fahre ich bei Is Loccis nach rechts auf die 126 Richtung Isola di Sant Antioco. In der Lagune (Stagno di Santa Caterina) sehe ich dann endlich wieder Flamingos. Die Sicht ist gut, und ich schieße das ein oder andere Bild.

 

Bulli am Straßenrand Flamingos

 

In Sant Antioco stellt sich für mich die Frage: Rechts oder Links herum um die Insel? Auf Sardinien habe ich entgegen dem Uhrzeigersinn begonnen, also folgt nun das Gegenteil. Ich weiß nicht was ich erwartet habe, aber die Insel enttäuscht mich.

 

Landschaftlich reizt mich Sant Antioco nicht. Zurück aufs Festland will ich aber nicht mehr Fahren, ich habe genug für heute. Zum Übernachten checke ich auf dem Campingplatz in der Cala de Saboni ein. Ich stelle den Bus auf und werfe einen Blick in den Reiseführer. Da steht etwas von tollen Felsformationen, also schnappe ich mir die Kamera und mache mich auf die Suche.

 

Die Felsen finde ich schnell, sie sind aber bei weitem nicht so toll wie beschrieben.

 

Felsformation Felsformation Felsformation Felsformation

 

Ohne dass ich es bemerkt habe, sind dichte Wolken aufgezogen. Der Sonnenuntergang ist heute nicht so toll. Das ist schade, denn es wäre der letzte gewesen den ich über Wasser gesehen hätte.

 

Sonnenuntergang

 

Was mir aufgefallen ist: Fast alle Campingplätze, auf denen ich bis jetzt übernachtet habe, verbieten das Grillen im eigenen BBQ. Auf einigen Plätzen gibt es Grillcorners. Das sind ein oder mehrere Grills in Betonbauweise, umgeben von Batterien an Feuerlöschern und Wasserhähnen.

 

Hier hat man eindeutig Angst vor leichtsinnigen Campern, die mit Feuer hantieren. Nachvollziehbar und verständlich, aber ungemütlich wenn man etwas entfernt steht von den Grills. Langsam wird es Zeit, dass ich mir da etwas überlege. So lange ohne BBQ ist ganz ungewohnt. Heute kann ich es nicht mehr ändern, es gibt kalte Küche.

 

Den Abend verbringe ich mit hochgelegten Beinen, lesend vor meinem Womo.

 

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