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Donnerstag, 14.05.2009

 

Das Aufwachen ist heute eher unangenehm. Die ersten Hiker verlassen den Sunset CG so gegen 05.00. Ich weiß das so genau, weil sie dabei einen ziemlichen Krach gemacht haben. Ich bleibe allerdings noch bis 7 Uhr in den Federn und Frühstücke ganz gemütlich.

 

Dann muss ich mich auf den weiten Weg zum Trailhead machen. Nach etwa 1 ½ langen Minuten parke ich das Womo am Sunset Point. Heute stehen der Navajo und der Queens Garden Trail auf dem Plan. Darauf freue ich mich schon lange.

 

Amphittheater

Weniger schön sind die gefühlten 1000 Japaner, die mit Schirmen und lautem Geplapper ebenfalls zum Navajo Loop Trail schwärmen. Als ich mir allerdings die Schuhe der Damen ansehe ist mir klar, dass ich bald wieder Ruhe habe. Stöckelschuhe und flache Ledertreter sind nicht das richtige Schuhwerk für die Trails. So ist es dann auch.

 

Ich habe vor, über den Navajo Loop Trail abzusteigen und über den Queens Garden Trail wieder hoch zum Rim zu laufen. Am Anfang geht es steil in Serpentinen abwärts. Der Ausblick ist überwältigend.

 

Dass hier in diesem schmalen Canyon Bäume wachsen können, ist schon ein Wunder. Weiter geht es aus dem Canyon heraus. Ich habe ja schon viel gesehen, aber hier bleibt mir vor lauter Staunen die Spucke weg.

 

Langsam marschiere ich durch diese unglaublich schöne Landschaft. Das einzig störende Geräusch stammt von Park Rangern,die mit von Ketten angetriebenen Schubkarren den Weg reparieren.

 

Die Schönheit dieses Parks erschließt sich einem erst auf den Trails. Wer nur die Parkstraße befährt verpasst das schönste. Langsam geht es wieder aufwärts Richtung Rim. Wenn man diese beiden Trails läuft ist es wirklich empfehlenswert, es in dieser Richtung zu machen. Erst kommt der steile Abstieg, der Aufstieg verläuft gemäßigt.

 

Ich entschließe mich, einen Gang zurückzuschalten und noch eine Nacht im Bryce zu verbringen. Ich checke also gleich nochmal im Sunset CG für eine weitere Nacht ein. Nach einem kleinen Mittagschlaf fahre ich noch zum Ende des Bryce Canyon.

 

Irgendwie kann ich mich für die Aussichtspunkte, die nach dem Amphittheater kommen, nicht mehr begeistern. Aber vielleicht muss man auch da die schönen Punkte erwandern. Ein weiteres schlankmachendes Bisonsteak wandert am Abend in meinen Magen. Das obligatorische Feuerchen erwähne ich jetzt nicht.

 

Freitag, 15.05.2009

 

Nach einer weiteren erholsamen Nacht und einem etwas dezenteren Frühstück (heute ohne Rühreier und Bacon) fahre ich noch einmal zum Amphitheater. Lange halte ich es nicht aus, ein unangenehmer kühler Wind streicht über den Rim.

 

Bevor es aber wieder auf die Straße geht mache ich noch einen Stopp im General Store. Hier gibt es die Duschen. Auch dem Visitor Center habe ich noch einen kurzen Besuch abgestattet. Beinahe hätte ich vergessen, Postkarten zu schreiben.

 

Calf Creek Fall

Die erste Tagesetappe ist kurz. Der Mossy Cave Trail liegt nur ein paar Meilen vom Haupteingang entfernt. Es ist eine nette kurze Wanderung. Die Höhle selbst ist nicht so interessant, der Wasserfall hat mir besser gefallen.

 

Auch das nächste Ziel ist nicht weit. Der Kodachrome Basin SP. Wanderungen sind heute keine geplant, ich möchte nur mal sehen ob er mich interessiert. Als erstes fällt mir auf, dass er trotz der Nähe zum Bryce Canyon NP wenig besucht ist. Ich bekomme an den Trailheads und Aussichtspunkten problemlos einen Parkplatz.

 

Ich denke, auch dieser Park erschließt sich einem erst wenn man ihn erwandert.

 

Unterwegs bin ich versuchshalber mal ein Stück auf der HITRR gefahren. Nach einer knappen Meile habe ich allerdings aufgegeben. Mein Womo klappert ja auf einer normalen Straße schon nervtötend, aber das hier hört sich gar nicht gesund an. Aber damit habe ich schon gerechnet, dass das nicht klappen wird.

 

Am Abzweig zur Calf Creek Falls Recreation Area bin ich erst mal vorbeigerauscht. Nicht weil ich ihn nicht gesehen hätte. Nein, da war ein einzelner Radlfahrer zu sehen. Sollte bikejoe nicht hier in der Nähe sein? Also habe ich den Radler beim Überholen angehupt, an der nächsten Möglichkeit gewendet und bin dann einfach mitten auf der Straße stehengeblieben.

 

Joe ist es nicht, sondern ein amerikanischer Radltourist. (Sorry, den Namen habe ich vergessen) Anfangs hat er sich natürlich über den komisch hupenden Womofahrer gewundert, nachdem ich ihm erklärt habe warum, musste er auch lachen.

 

Ich fahre die paar Meter zurück zur Calf Creek Falls Recreation Area. Und was ich befürchtet habe tritt ein: Sorry we´re full. Den Spruch des Campgroundhosts habe ich doch schon mal gehört. Jetzt will ich mir noch keine Gedanken wegen der Übernachtung machen, und laufe erst mal los.

 

Ich vergesse natürlich mir am Trailhead den Trail Guide mitzunehmen. Verlaufen kann man sich nicht, aber wenn man weiß, wo was ist, vereinfacht das die Sache.

 

Die Wanderung ist wunderschön, zwischendurch sogar etwas schwierig. Es gibt zwar keine Steigung, aber der tiefe Sand auf dem Weg strengt an. Am Ende des Canyons kommt dann der Wasserfall in Sicht.

 

Leider gibt es keine richtige Möglichkeit sich hinzusetzen. Auf dem Boden ist es doch etwas unbequem. Mir fällt ein, dass ich etwas über Pictographien gelesen habe. So halte ich auf dem Rückweg Ausschau. Und tatsächlich sehe ich nach einer Weile auf der gegenüberliegenden Canyonwand die Pictographien.

 

Dieser Trail ist ein Traum, und nur zu empfehlen. Nach der Rückkehr zum Womo werfe ich einen Blick auf die Landkarte um mir einen passenden CG zu suchen. Auf dem Weg nach Torrey soll es ja einige geben. Weit will ich nicht mehr fahren, es ist ja schon später Nachmittag.

 

Es gibt auch einige Campgrounds, nur sind sie allesamt geschlossen. Also muss ich bis Torrey durchfahren; Ich weiß, dort gibt es einen CG. Ziemlich geschafft checke ich ein, drehe noch eine kleine Runde und beginne anschließend die Fotos zu speichern und das Tagebuch zu führen. Heute geht es früh in die Heia. Morgen wartet der Capitol Reef NP auf mich.

 

Samstag, 16.05.2009

 

Am Morgen versorge ich erst mal das Womo, schließlich hat dieser CG full hook up. Anschließend komme ich an die Reihe. Nach einer sehr kurzen, weil eiskalten Dusche und einem schnellen Frühstück geht es weiter zum Capitol Reef NP. Für die paar Meilen brauche ich nicht lange. Ich rechne um die Uhrzeit noch nicht damit, dass viel los sein wird.

 

Doch was ist das denn, Stau? Der Andrang am Visitor Center ist so groß, dass es sich bis auf die 24 zurückstaut. Na toll. Die meisten wollen aber ins Visitor Center. Das lasse ich rechts liegen und fahre weiter auf dem Scenic Drive. Aber auch hier: Viele, viele Autos.

 

Tafelberg

Angesichts des Verkehrs ist mir klar, dass ich nicht bis ganz nach hinten fahren kann. Der unpaved Teil des Scenic Drive ist nämlich ziemlich schmal. Eigentlich will ich den Golden Throne Trail laufen. Diesmal wird es wohl nichts. Daher fahre ich dann auch nur den asphaltierten Teil des Scenic Drive und drehe dann um. Ich bin so verärgert, dass ich schon wieder etwas nicht ansehen kann, dass ich glatt vergesse, ein paar Fotos zu machen.

 

Für heute habe ich allerdings einen Plan B. Die Hickman Bridge. Ich fahre den Scenic Drive zurück und biege am Visitor Center nach rechts auf die 24 ab. Nach ein paar Meilen kommt auf der linken Seite der Parkplatz des Hickman Bridge Trailhead. Auch dort stehen jede Menge Autos. Für mein Womo ist allerdings noch Platz.

 

Bis zur Hickman Bridge ist es nur eine Meile. Der Anstieg ist erträglich, die Landschaft toll. Ein empfehlenswerter Hike!

 

Weiter geht es auf der 24, erst Richtung Caineville und dann nach Hanksville. Die Landschaft verändert sich rapide. Es wird Karg, vereinzelte Tafelberge sind in der Ferne zu erkennen.

 

Ich biege in Hanksville links ab und folge der 24 nach Norden. Nach etwa 31 Kilometern erreicht man die Abzweigung zum Goblin Valley SP. Eigentlich will ich hier im Goblin Valley SP übernachten. Obwohl es erst Mittag ist empfängt mich das verhasste Schild - Campground full. Mir ist das inzwischen egal, ich weiss dass es ganz in der Nähe BLM Land mit einer Campingmöglichkeit gibt.

 

Sämtliche Shelter sind von amerikanischen Großfamilien belegt. Das war aber klar, einen anderen schattigen Platz gibt es hier nicht.

 

Ich packe meine Ausrüstung und laufe ins Tal. Weit ist es nicht, aber heiß. Die Sonne brennt vom Himmel, und mir wird richtig warm. Die Formationen sind schon einzigartig.

 

Allerdings spüre ich inzwischen eine leichte Schwäche. Es ist ja immer noch schön warm, und da ist mein Hungergefühl immer etwas gedämpft. Heute habe ich eindeutig zu wenig gegessen. Nach 2 Stunden gehe ich zum Womo zurück und gönne mir erst mal ein schönes Coffee Eis von HägenDasz. Das ist zweifellos ein Vorteil des Womo´s, ein Kühlschrank.

 

Für heute will ich Schluss machen, auf Fahren habe ich keine Lust mehr. Gleich außerhalb des State Parks gibt es einen BLM Platz, auf dem das Übernachten erlaubt ist. Es gibt sogar eine Toilettenanlage und Firerings. Die Aussicht ist auch hier grandios, nur der Nachwuchs der Nachbarn nervt etwas. Quads sind ja gut und schön, aber der Krach geht einem irgendwann auf den Senkel.

 

Sonntag, 17.05.2009

 

Heute weiche ich mal vom üblichen Prozedere ab und fahre ohne Frühstück los. Nur Kaffee habe ich gemacht, ohne den geht es nicht.

 

Als Spezialist in Sachen Zickzackfahren geht es erst mal zurück nach Hanksville und dann auf der 95 weiter Richtung Hite. Auch diese Strecke ist wunderschön und abwechslungsreich. Unterwegs habe ich dann am Hog Spings Rest Area mein ausgefallenes Frühstück nachgeholt.

 

Blick auf die Goosenecks

Als Tagesziel ist das Natural Bridges National Monument vorgesehen. Was muss ich noch sagen? Welches Schild erwartet mich wohl am Eingang? CG full. Ist mir doch wurscht. Bis jetzt habe ich noch immer einen adäquaten Ausweichplatz gefunden.

 

Vor 2 Jahren bin ich nur den Bridge View Drive gefahren. Das ist zwar ganz nett, man sieht aber nicht viel von den Bridges, und die will ich mir diesmal genauer ansehen.

 

Es wird gewandert. Ich laufe zu allen drei Brücken, erst zur Sipapu, dann zur Katchina und als letztes zur Owachomo Bridge.

 

Nachdem ich 3x in den White Canyon, bzw. Armstrong Canyon runter und auch wieder raufgelaufen bin, fühle ich doch etwas Platt. Und ich muss mir Gedanken machen, wo ich übernachte. Irgendwann fällt mir ein, dass da noch ein unerledigter Punkt auf meiner to see Liste steht.

 

Über die 261 geht es Richtung Gossenecks SP. Einen kurzen Fotostop möchte ich am Overlook einlegen. Pech, meine Alpha zickt plötzlich wieder und verweigert nach der ersten Aufnahme die Arbeit.

 

Ich genieße die Aussicht, breche dann aber doch auf, weil ich den Moki Dugway noch vor mir habe. Weit ist es jetzt nicht mehr bis zum Goosenecks SP, meinem heutigen Ziel.

 

Bei diesem Anblick ist mir sofort klar, dass ich hier übernachten werde. Ein paar Zeltcamper trudeln auch noch ein. Einige, mit 4WD Fahrzeugen, fahren querfeldein an der Schleife entlang und Campen dort. Ein Mädl packt ihr Zelt und Schlafsack und macht sich zu Fuß auf den Weg, irgendwohin nach unten.

 

Heute gibt es ausnahmsweise mal kein BBQ, der Kühlschrank ist schon wieder ziemlich leer. Also kalte Küche.

 

Montag, 18.05.2009

 

Gut ausgeschlafen und mit einem vollwertigen Frühstück im Bauch will ich heute meine to do und to see Liste weiter abarbeiten. Als erstes ist ein Foto geplant, das wohl eines der berühmtesten der USA ist. Dieser Ausblick hat schon was.

 

Blick auf das Monument Valley

Vor 2 Jahren bin ich diese Strecke im Dunkeln gefahren, damals konnte man gar nichts erkennen. Das war auch der Grund, warum ich vor dem MV übernachten wollte. So habe ich am Morgen bestes Licht. Da noch nicht viel Verkehr ist, stellt es kein Problem dar, mitten auf der Straße zu stehen und zu Fotografieren. Anschließend geht es weiter ins Monument Valley.

 

Bei meinem letzten Besuch hat es mir nur bedingt gefallen. Ich bin allerdings der Meinung, dass es eine zweite Chance verdient hat. Damals war die Loop Road in einem hervorragenden Zustand. Diesmal leider nicht. Die Straße ist wie eine Wellblechpiste, und viele Steine malträtierten das Womo doch ziemlich.

 

Aber auch diesmal werde ich mit dem Monument Valley nicht richtig warm. Das Panorama ist zwar nett, gibt mir aber nichts. Irgend etwas fehlt. Wer jetzt erwartet hat, dass es weiter Richtung Süden geht hat sich getäuscht. Es geht nach Norden.

 

Ein Stück nördlich des MV will ich das Valley of the Gods besuchen. Aber auch hier ist die unpaved Piste so schlecht, dass ich nach einer ½ Meile umgedrehe. Man muss es ja nicht auf Biegen und Brechen versuchen. Mein eigener Bus hätte diese Piste locker wegesteckt, aber dieser wandelnde Schrotthaufen keinesfalls.

 

Inzwischen bekomme ich auch langsam einen Einsamkeitskoller. Ich muss wieder unter Menschen. Also ändere ich meine Pläne erneut. Eigentlich wollte ich im Canyonlands NP übernachten, jetzt heißt das Tagesziel Moab. Den Canyonlands NP habe ich natürlich nicht ausgelassen, mich aber auf einen Besuch des Needles Overlook beschränkt.

 

Am späten Nachmittag bin ich dann in Moab eingelaufen. Dieser Ort hatte mir vor 2 Jahren schon gefallen, obwohl ich damals nur durchgefahren war. Ich checke auf dem Canyonlands Campground in der Ortsmitte ein, für 2 Nächte, das muss sein.

 

Es ist auch noch herrlich warm. Das Thermometer zeigt 103° Fahrenheit. Heute wird die Klimaanlage das erste Mal in Betrieb genommen.

 

Bei einem ersten Erkundungsgang finde ich gleich einen toll sortierten Supermarkt. Weniger toll sind die vielen deutschen Laute, die ich hier höre. Vor allem nervt mich das herummäkeln. Da wird lautstark über Dinge diskutiert die es bei uns gibt und hier nicht. Was soll dieser Mist? Sollen diese Typen doch zu Hause bleiben, wenn es ihnen hier nicht gefällt.

 

Um ein bisschen Abwechslung zu haben, buche ich nach einem Bummel durch diverse Outdoor Outfitters eine Rafting Tour auf dem Colorado. Nach den ganzen trockenen Steinen brauche ich wieder ein bisschen Wasser. Ich buche keine Whitewatertour, sondern eine normale. Schließlich beschränkt sich meine Raftingerfahrung auf Isar und Loisach. Darauf bin ich nun wirklich gespannt, wie das Morgen wird.

 

Dienstag, 19.05.2009

 

Es ist wie verhext. Kaum plane ich etwas, schon spielt das Wetter nicht mehr mit. Beim Aufstehen ist von der Sonne nichts zu sehen. Wenigstens schön warm ist es noch. Die Vorfreude auf das Rafting ist so groß, dass ich nur ein kleines Frühstück runter kriege.

 

Die großen Kameras und auch die Videokamera bleiben heute im Womo. Wasserdicht sind sie nicht, und wenn wir kentern sind sie womöglich weg. Das will ich nicht riskieren. Obwohl mir das bei der Sony inzwischen wurscht wäre.

 

Ich marschiere langsam zum Eingang des Campground. Dort soll ich abgeholt werden. Die Tour habe ich bei TAG-A-LONG gebucht. Normalerweise parkt man vor dem Laden des Touranbieters, mit meinem Womo hätte ich allerdings ein Platzproblem. Die Leute in dem Laden haben damit aber gar kein Problem, dann holen sie mich halt ab. Ein netter Zug. Tatsächlich kommt dann auch der Busfahrer der Tour und holt mich mit seinem Privatauto ab.

 

Im Raft auf dem Colorado

Die Gruppe ist relativ klein, zumindest für unser erstes Fortbewegungsmittel. Es ist ein alter Schulbus. Wir verlassen Moab Richtung Norden, biegen aber vor dem Colorado nach rechts auf die 128 ab. Nach ein paar Meilen erreichen wir unseren Startplatz. Trotz Wolken und Wind wird die Tour durchgeführt. Gewitter sind nicht angekündigt. Die Guides bringen die Boote zu Wasser, Zuschauen ist angesagt.

 

Das Boot ist ziemlich leer. Außer mir und dem Tourguide ist nur noch ein französisches Pärchen und ein amerikanischer Touri an Bord. Auf dem zweiten Boot befinden sich ein paar Tourguideanwärter. Diese dürfen zwischendurch MOB Manöver machen. Überwindung kostet es sie nicht, das Wasser des Colorado ist erstaunlich warm.

 

Einen kurzen Landausflug gibt es auch. Es ist ganz angenehm, sich zwischendrin etwas die Füße zu vertreten. Vor hier oben hat man eine tolle Aussicht.

 

Beim nächsten Stopp steigt das französische Pärchen aus, sie hatten nur eine Halbtagestour gebucht. Der amerikanische Tourist bleibt so wie ich an Bord. Zugestiegen ist noch eine Frau aus Salt Lake City, die für einen Tagesausflug angereist war. Vormittags war sie mit dem Jeep im Arches NP, Nachmittags macht sie die Rafting Tour. Nachdem die Franzosen sehr workarg waren, kommt jetzt Stimmung auf.

 

Unterwegs gibt es ein kleines BBQ, natürlich kalte Küche. Bis jetzt war das Wasser des Colorado noch sehr ruhig, es erinnert mich an Rafting auf der Isar oder der Loisach. Bald nach dem Mittagessen kommen ein paar Stromschnellen.

 

Nachdem wir die Stromschnellen durchfahren haben, gehen wir an Land. Jetzt können wir die Stelle auch von Land aus begutachten. Die Wettervorhersage in den USA ist genauso zuverlässig wie bei uns. Plötzlich zieht aus dem Südwesten eine dunkle Wolkenwand heran. Ein 20 minütiges Gewitter zieht über uns hinweg, mit so einer Kraft, dass wir trotz der Strömung des Colorado fast nicht vorwärts kommen. Durch den warmen Wind ist es aber nicht so schlimm.

 

Weit ist es nicht mehr bis zum Landeplatz, so dass es nichts ausgemacht hat, dass wir alle Patschnass sind. Die Boote werden aufgeladen, und wir fahren zurück nach Moab. Diese Raftingtour ist genau das Richtige für Leute, die mal etwas anderes sehen wollen. Sie ist nicht so spektakulär wie eine Whitewater Tour, für mich war es aber gerade richtig.

 

Zurück in Moab vertrete ich mir erst mal die Füße, wenn man den halben Tag sitzt, braucht man das. Ein paar Kleinigkeiten muss ich noch besorgen, u. a. Druckluftspray zum Reinigen der Kameraausrüstung.

 

Die Abendgestaltung steht eh schon fest. Nochmal zu Mc. Stiff´s auf ein schönes Steak und das ein oder andere Bier. Der Laden hat wirklich Atmosphäre. Morgen geht es in den Arches NP. Ich hoffe dass das Wetter mitspielt, schließlich ist eine größere Wanderung geplant.

 

Mittwoch, 20.05.2009

 

Nach einer ziemlich kurzen Nacht checke ich im CG aus und mache mich auf den Weg in den Arches NP. Trotz des frühen Morgens geht es im Park schon ganz schön zu. Ohne zu halten brause ich bis zum Devils Garden Trailhead durch. Ich möchte schließlich einen Parkplatz bekommen. Diese Strategie zahlt sich aus. Es ist noch nicht viel los.

 

Das Wetter spielt auch mit, so gehört sich das. Geplant ist die große Runde bis zum Double O Arch und über den primitive Trail zurück. Diesmal wird der Rucksack ein bisschen voller, vor allem viel Wasser werde ich heute brauchen.

 

Auch hier fällt mir wieder auf, wie viele Touris mit unpassendem Schuhwerk und ohne Wasser unterwegs sind. Die meisten sehe ich am Landscape Arch zum letzten mal. Weiter gehen die nicht.

 

Corona Arch

Kurz danach dann dieser traurige Anblick. ein zusammengebrochener Arch. Da möchte man gar nicht daran denken, dass das dem Landscape Arch irgendwann auch passieren wird.

 

Langsam wandere ich zum Navajo Arch, anschließend geht es weiter zum Double O Arch. Dann steht der Private Arch auf dem Programm.

 

Inzwischen bin ich auf dem Primitive Trail. Hier begegnen mir fast keine Menschen mehr. Es herrscht herrliche Ruhe,deshalb mache ich eine kurze Pause bevor es weitergeht. Der Rückweg ist zwar nicht so spektakulär wie der Hinweg; Es rentiert sich aber auf jeden Fall, den Rundweg zu Laufen.

 

Durch die hohen Temperaturen ist mein Wasserverbrauch heftig. Nach der Hälfte des Rückweges ist mein Vorrat von 2 Litern schon fast aufgebraucht. Zurück am Womo kann ich mich nochmal dazu beglückwünschen, gleich hierher zu fahren. Inzwischen sind alle Parkplätze belegt, manche Besucher fahren schon im Kreis.

 

Was ich schon befürchtet hatte, trifft nun ein. Der Park ist voll und ich bekomme fast nirgends einen Parkplatz. Da ich aber die meisten anderen Arches bereits vor 2 Jahren besucht hatte, ist es nicht allzu schlimm.

 

Mir hat es gereicht, und bin aus dem Arches NP rausgefahren. Schließlich habe ich für heute einen Plan B. Gleich nach dem verlassen des Arches NP bin ich auf die 279 abgebogen. Ziel ist der Corona Arch.

 

Entgegen meiner Befürchtung ist der Parkplatz am Trailhead fast leer. Nur ein einziges Auto parkt dort. Ich packe mein Zeug und marschiere los. Die ersten Meter sind schon gemein, in der Hitze so ein Aufstieg.

 

Anfangs geht es über ein Bahngleis. Aber es wird besser. Nach einer ¼ Stunde kommen mir ein paar Wanderer entgegen, anscheinend die Besitzer des Autos unten am Trailhead. Irgendwie kommt mir einer der Wanderer bekannt vor. Es ist der Amerikaner, der mit mir gestern die Rafting tour gemacht hatte. Die Welt ist klein.

 

Aus der Ferne wirkt der Corona Arch gar nicht so groß. Je näher man ihm kommt, desto imposanter ist er. Jetzt glaube ich sofort, dass schon einmal jemand mit dem Flugzeug durch den Arch geflogen ist. Dieses Ziel ist wirklich nicht überlaufen. Auf dem ganzen Trail sind mir nur 3 Personen begegnet. Eigentlich will ich heute noch ein paar KM fahren, das nächste große Ziel ist ja Yellowstone. Es ist allerdings schon ziemlich spät, ich bin müde und Moab ist in der Nähe. Also beschließe ich, noch eine Nacht in Moab zu verbringen.

 

Auf dem Rückweg halte ich noch einmal an. Direkt neben der Straße kann man Felszeichnungen bewundern. Anschließend fahre ich zurück nach Moab und checke nochmal im gleichen CG ein, nutze die Gelegenheit und fülle den Gastank auf und gehe auf ein Steak und ein Bierchen zu Mc. Stiff´s. Dann starte ich halt erst morgen.

 

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