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Vom Valley of Fire bis nach Escalante

 

Dienstag, 14.10.2014

 

Der heutige Tag gehört noch einmal dem Valley of Fire. Mein erster Weg führt mich zu den Cabins. Im Canyon hinter den Cabins soll es einige Arche geben. Es gibt sie, die Gegend ist eine tolle Location und vor allem so einfach zu erreichen. Die Zufahrt ist unpaved, für ein Womo aber ohne weiteres zu befahren. Nur der Wendeplatz könnte für größere Womo´s zum Problem werden, gerade wenn auch noch Autos hier parken.

 

Ich habe noch nicht genug, weiter geht es zum Trailhead des Elephant Rock. Den kenne ich schon von früheren Besuchen, daher lasse ihn heute links liegen. Ich laufe ins Hinterland, hier soll es ebenfalls mehrere Arche geben. Ich bin beeindruckt von diesem Teil des VoF. Ich finde etliche teils sehr schöne Arche und wundere mich dass diese Location so wenig bekannt ist.

 

Irgendwann ist es dann aber doch genug, ich muss das VoF verlassen. Für heute habe ich noch zwei kurze Hikes in der Nähe von St. George geplant. Als erstes will ich zu den Gunlock Petroglyphs, dann im Anschluss zu den Anasazi Petroglyphs. An der Abzweigung zu den Gunlock Petroglyphs fahre ich vorbei ohne es zu bemerken, anscheinend habe ich nicht richtig aufgepasst. Das fällt mir allerdings erst auf, als ich an der Abzweigung zu den Anasazi Petroglyphs ankomme.

 

Die Zufahrt zu den Anazazi Petroglyphs verwirrt mich anfangs. Es sieht so aus, als ob man von der Straße auf eine Ranch abbiegen würde. Die Straße bis zum Trailhead ist aber öffentlich. Natürlich unpaved, aber ohne Probleme zu befahren. Nur der Parkplatz hat es in sich, der tiefe Sand ist deutlich erkennbar schon einigen Autos zum Verhängnis geworden.

 

Ich parke auf einem festen Stück des Parkplatzes und laufe auf dem gut ausgeschilderten Trail Richtung Petroglyphs. Schatten gibt es keinen, dafür tiefe ausgewaschene Stellen. Die Site liegt an der Kante des Canyons, anfangs kann ich nur ein paar Petroglyphs entdecken. Die interessantesten Stellen findet man erst, wenn man ein paar Meter auf einen Absatz unterhalb der Kante absteigt. Dort sind weitere tolle Panels.

 

Ich wandere zurück zum Womo und entscheide mich, die Gunlock Petroglyphs auszulassen. Es ist schon wieder verdammt spät, und ich will eigentlich im Bereich des Zion NP übernachten. Ein paar Meilen vor dem Zion nehme ich den erstbesten CG, inzwischen bin ich schon wieder total KO. Der Preis ist happig, die Übernachtung kostet 50 Dollar, das Duschen ist aber nicht inbegriffen. Bei dem Preis noch extra für das Duschen zahlen zu müssen halte ich für unverschämt. Egal, ich bin nur noch Müde. Ein BBQ geht aber trotzdem noch.

 

Mittwoch, 15.10.2014

 

Die Frage, ob ich einen Hike im Zion National Park machen soll erledigt sich ziemlich schnell von selbst. Am Visitor Center befinden sich Menschenmassen ohne Ende. Nein danke, darauf habe ich keine Lust. Ich halte nur kurz und hole mir einen Flyer, dann fahre ich durch den Tunnel in Richtung Osten. Die Landschaft ist toll, der Zion steht nach wie vor auf meiner to do Liste.

 

Ich parke das Womo am PEEK-A-BOO Trailhead neben der US 89 und mache mich auf den Weg zum Red Canyon. Meine Entscheidung, über die Forststraße zu laufen ist keine gute Idee, der Weg ist tiefsandig und es gibt keinen Schatten. Irgendwann muss ich die Straße verlassen und doch quer durch die Pampa zum Canyon laufen.

 

Nach dem Abstieg in den Wash darf ich erst einmal die Schuhe vom Sand befreien, dann ist es nicht mehr weit bis zum Slot. Vor dem Eingang parkt ein Hummer, so geht es natürlich auch.

 

Der Red Canyon ist ein toller Slot, weitgehend unbekannt, schwer zu erreichen und dadurch wenig besucht. Zurück zum Wohnmobil nehme ich den kürzesten Weg quer durch die Walachei. Es ist genauso anstrengend wie über die Forststraße, aber kürzer. Düne rauf, Düne runter raubt mir die Kraft. Der tiefe Sand tut ein übriges.

 

Am Womo angekommen, darf ich erneut die Schuhe ausleeren, sie sind wieder bis zum Rand mit Sand gefüllt. Ich mache mich auf den Weg zum Coral Pink Sand Dunes SP, meinem heutiges Übernachtungsziel.

 

Ein Zwischenziel habe ich noch vorgesehen. Gleich nachdem ich in die Hancock Rd. eingebogen bin suche ich die Abzweigung zu einer Forststraße. Geplant ist der Besuch bei einem Arch, der in unmittelbarer Nähe der Straße sein soll. Die erste Zufahrt ist zu eng, da komme ich mit dem Womo nicht zwischen den Bäumen durch. Eine Zufahrt weiter geht es. Ich parke und laufe die paar Meter zurück. Über eine tiefsandige Piste laufe ich zum Hancock Road Arch.

 

Weiter geht es zum Coral Pink Sand Dunes State Park. Obwohl der Campground gut gefüllt ist, bekomme ich noch einen Platz. Ich stelle das Womo ab, packe die Kamera ein und laufe zum Observation Deck. Ein heftiger Wind weht, es ist viel Sand in der Luft. Ich gehe zurück zum Womo und überlege mir, wie ich meine Kameraausrüstung schützen kann. Mit einem Gefrierbeutel und ein paar Gummiringen dichte ich das Objektiv ab. Am Spätnachmittag laufe ich noch einmal zu den Dünen, das Motiv ist toll. Je tiefer die Sonne sinkt, desto voller und wärmer wird die Farbe der Dünen. Ich bleibe bis die Sonne untergegangen ist. Das folgende BBQ habe ich mir heute verdient.

 

Donnerstag, 16.10.2014

 

Es ist kühl, am Morgen hat es nur 8 Grad. Nach dem Frühstück fahre ich nach Kanab zum Einkaufen. Für den Abend ist ein Treffen mit Mario und Dani geplant, dementsprechend fällt der Einkauf etwas größer aus.

 

Ich fahre gemütlich zum Bryce Canyon, und checke mittags auf dem North Campground ein. Das ist Anfangs gar nicht so einfach, an der Self Pay Box sind keine Umschläge da. Erst im zweiten Anlauf klappt es.

 

Ich laufe zum Visitor Center und erkundige mich nach dem Fairyland Trail. Ein Ranger gibt mir den Tipp, erst am Rim nach Norden zu laufen, und dann in den Canyon abzusteigen. So komme ich am Schluss direkt am CG raus.

 

Nachmittags mache ich eine kurzen Spaziergang zum Rim, bleibe aber nicht lange. Der Wind ist stark und kühl. Ich lege mich ein bisschen hin und plege meinen Muskelkater. Ich merke, so viel Bewegung bin ich nicht gewohnt.

 

Am Abend kommen Mario und Dani. Mein geplantes BBQ geht leider voll in die Hose. Ich bekomme die Süßkartoffeln nicht durch, der Grill entwickelt einfach nicht genug Hitze. Als es draußen zu kühl wird, gehen wir ins Womo und werfen die Heizung an. Das Abendessen besteht nur aus Salat, peinlich. Trotzdem wird es ein schöner Abend und wir freuen uns auf den morgigen Tag.

 

Freitag, 17.10.2014

 

Morgens im Bryce, es hat - 2 Grad. Aber das ist kein Wunder, schließlich sind wir hier auf über 2500 Meter. Es ist nur leicht bewölkt, optimal zum Wandern.

 

Nach dem Frühstück fahre ich zum General Store und parke das Womo. Mario und Dani kommen fast gleichzeitig an, bei bestem Wanderwetter nehmen wir den Fairyland Trail in Angriff. Wie vom Ranger empfohlen laufen wir den Rim nach Norden. Der Ausblick ist toll, sogar ein paar Deers kreuzen den Weg.

 

Der Abstieg in den Fairyland Canyon ist einfach, es es geht immer ein bisserl rauf und runter. Der Trail ist abwechslungreich, kann aber mit der Kombination Navajo & Queens Garden Trail nicht ganz mithalten. Dafür ist hier weniger los.

 

Mittags zieht es zu und der Wind frischt auf. Trotzdem ist es optimales Wanderwetter, im Canyon merkt man vom Wind nicht so viel. Als wir am frühen Nachmittag mit dem Trail fertig sind, ist die Wolkendecke geschlossen. Mir langts, aber die beiden sind Fitter als ich und möchten noch einen Trail laufen. So viel Kondition habe ich nicht.

 

Während Mario und Dani den Peek-a-Boo Trail laufen, checke ich auf dem Sunset CG ein und mache ein kleines Nickerchen. Gegen 18 Uhr wache ich wieder auf, draußen ist es bereits dunkel. Um halb sieben kommen die beiden Marathonwanderer vorbei, im Womo quatschen wir noch bis um 9 Uhr. Gegen 10 beginnt es leicht zu regnen, es ist aber nur ein kurzer Schauer.

 

Samstag, 18.10.2014

 

Am Morgen ist es nur noch leicht bewölkt. Nachdem Mario und Dani gestern der Peek-A-Boo Trail so gut gefallen hat, entschließe ich mich meinen Plan für heute zu ändern.

 

Eigentlich wollte ich in der Früh den Bryce verlassen, jetzt fahre ich zum Sunset Point und parke dort mein Womo. Obwohl ich früh dran bin sind schon fast alle Parkplätze besetzt. Es ist halt Wochenende.

 

Mir schwant schlimmes als ich jede Menge Touris sehe, viele mit Schlappen an den Füßen. Die werden doch wohl so nicht zum Wandern gehen?

 

Anschließend steige ich über den Navajo Trail ab und biege auf den Peek-A-Boo Trail ab. Ab hier herrscht Ruhe, die meisten Touris laufen nicht so weit. Mir gefällt diese Trailkombination, sie ist einfach nur genial. Wetterglück habe ich auch, was will ich mehr?

 

Es hilft nichts, ich muss weiter. Am Nachmittag mache ich mich auf den Weg Richtung Escalante. Ein paar Wolken ziehen durch und während ich aus dem Bryce rausfahre fallen sogar noch ein paar Tropfen. Es reicht aber nicht, um die Straße nass zu machen.

 

Während der Fahrt genieße ich die Landschaft, diese Gegend ist fantastisch. In Escalante angekommen, checke ich auf dem Canyons of Escalante RV Park ein, wasche Wäsche und checke meine Mails. Faulenzen ist angesagt. Bei 23 Grad sollte es eigentlich angenehm sein, leider weht ein etwas kühler Wind.

 

Der Wind kann mich nicht abschrecken, am Abend gönne ich mir trotzdem ein BBQ. Im Ort habe ich mir neue Kohlen gekauft, und plötzlich zieht der Grill. An den Kohlen lag´s also.

 

Sonntag, 19.10.2014

 

Der Morgen in Escalante ist angenehm, am Himmel ist keine Wolke zu sehen und es hat 14 Grad. Nach dem Frühstück fahre ich nach Osten bis zum Escalante River. Hier habe ich noch eine Rechnung offen, bereits im letzten Jahr wollte ich zur Escalante Bridge wandern. Damals waren aber meine Füße durch vorangegangene Hikes so strapaziert, dass ich darauf verzichten musste.

 

Ich starte zur Escalante Bridge, gleich am Anfang geht es durch den Escalante River. Sieben weitere Flussdurchquerungen sollen allein auf dem Hinweg folgen.

 

Es ist eine herrliche Wanderung durch eine schöne herbstliche Landschaft. Die Bachdurchquerungen sind problemlos zu meistern, das Wasser ist nicht tief, aber saukalt. Ganz unüblich für mich habe ich keine Wanderschuhe, sondern nur Crocs angezogen. Bei insgesamt 16 Bachquerungen wäre das ständige aus und an der Schuhe zur Tortur geworden.

 

Wie schon so oft muss ich auch hier feststellen, dass die im Internet geposteten Koordinaten falsch sind. Die Bridge ist ganz woanders. Hier ist es nicht schlimm, man findet sie auf jeden Fall. Trotzdem nervt mich sowas.

 

Ein kurzes Stück nach der Escalante Bridge gibt es noch einen Natural Arch, auch hier stimmt die angegebene Position nicht. Auf dem Rückweg sehe ich auf der anderen Flußseite eine Cave, ich schlage mich durch das Gestrüpp, wate noch einmal durch den Bach und schaue mir den Überhang an. Ich weiß nicht was ich mir erwartet hatte, eine großartige Entdeckung mache ich nicht. Die Cave ist trotzdem schön.

 

Zurück am Parkplatz höre ich plötzlich deutsche Laute. Die Leute sind mit einem Pickup Camper mit kanadischem Kennzeichen unterwegs. Ein kurzes Schwätzchen später weiß ich dass sie von Deutschland nach Kanada ausgewandert sind und jetzt dort leben.

 

Vom selben Parkplatz aus starte ich meinen zweiten Hike des Tages, oberhalb des Escalante River soll es Pictographs geben. Der Trail ist am Anfang gut zu erkennen, dann wird es ein bisserl knifflig. An einem Hinweisschild geht es rechts die Felswand hoch, der Weg ist fast nicht zu erkennen. Ich schaffe es trotzdem und finde ein paar schöne Pictographs und Petroglyphs vor. Leider haben Verrückte oder Kriminelle versucht ein paar der Darstellungen mit der Flex aus dem Fels zu schneiden. Da fällt mir nichts mehr ein

 

Ich fahre zurück nach Escalante und besuche das Visitor Center des BLM. Ein paar Fragen zu meiner morgigen geplanten Tour habe ich, diese können von den Rangern auch beantwortet werden. Anschließend fahre ich zum Petrified Forest State Park. Hier möchte ich heute übernachten. Ich checke auf dem gut besuchten Campground ein und stelle das Womo auf.

 

Eigentlich wollte ich eine kurze Pause vor dem nächsten Hike machen, es ist aber bereits später Nachmittag. Also laufe ich gleich los, bevor es zu spät wird. Der Trail ist Anfangs steil und führt dann über eine Hochebene zu den versteinerten Bäumen.

 

Wer nur den Main Trail läuft, sieht nicht viel. Die Extension, der Sleeping Rainbow Trail ist wesentlich interessanter, aber auch sehr viel schwerer zu laufen. Leider muss ich feststellen, dass ich etwas zu spät dran bin, viele Stellen liegen bereits im Schatten.

 

Zurück am Womo richte ich mir alles für mein BBQ her, der Abend ist mild. Optimal.

 

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